Das St. Gangolfsfest am Sonntag, dem 12. Mai 2019

Ein kurzer Rückblick

 

Bei der diesjährigen Reiterprozession 2019 war die Anzahl der teilnehmenden Reiter deut- lich geringer als in den vorausgegangenen Jahren. Der Grund hierfür lag sicherlich in der Vollsperrung eines Teils der Landesstraße zwischen Neudenau und Siglingen. Sicherlich wegen der gleichen Ursache hatte sich die Zahl der Teilnehmer am Festgottesdienst ge- genüber den letzten Jahren etwa halbiert. Denn am sonnigen, wenn auch etwas kühlen Wetter mag es wohl nicht gelegen haben.

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Die Reiter in historischen Kostümen als Sinnbilder der wechselvollen Geschichte der Stadt Neudenau wurden in den Räumen des Neudenauer Freibades eingekleidet. Anschließend nahmen alle Reiter Aufstellung, ritten über Feldwege und erreichte die St. Gangolfskapelle gegen 10.45 Uhr, wo sie schon von Dekan Johannes  B a l b a c h  vom Dekanat Mos- bach-Buchen erwartet wurden. Er nahm die Segnung von Pferd und Reiter mit dem Was- ser aus der St. Gangolfsquelle vor, welchem schon seit Jahrhunderten der Ruf einer wun- dersamen Heilkraft vorausgeht. Trotz der zum Teil mühsamen Anfahrt nahmen 61 Pferde an der Segnung teil.

Im Anschluss zelebrierte Dekan Balbach als Hauptzelebrant die Festmesse, assistiert von Pater Bernard von der "Seelsorgeeinheit Billigheim - Neudenau - Schefflenz" und Diakon Helmut Dietrich.

Als Einstieg in seine Predigt wählte der Dekan den für das Jahr 2060 prognostizierte Mit- gliederschwund der beiden großen christlichen Konfessionen. Er äußerte die Meinung, dass man zwar einerseits nicht in Passivität verfallen, aber auch andererseits den freien Willen des Menschen berücksichtigen solle.

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Das musikalischen Rahmenprogramm wurde vom "katholischen Kirchenchor Neudenau" unter der Leitung von Günter Simon sowie vom "Musikverein Neudenau", welcher dle von der Gemeinde gesungenen Lieder unter seinem Dirigenten Jürgen Schmidt begleitete, gestaltet.

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Für einen reibungslosen Ablauf des St. Gangolfrittes sorgte in bewährter Weise die "Frei-willige Feuerwehr Neudenau".    

 

 

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Der Gangolfsritt wurde erstmals im Jahre 1497 als Pferdewallfahrt zur heutigen St. Gangolfskapelle erwähnt.

 

Über viele Jahrhunderte wurde der Brauch der Prozession gepflegt, bis Anfang des 19. Jahrhunderts im liberalen Baden alle Prozessionen außerhalb der Orte verboten wurden.

 

1923 durch Pfarrer Richard Aichele zu neuem Leben erweckt, mussten die Prozessionen während des 3. Reiches wieder unterbrochen werden.

 

Nach dem Krieg lebte ab 1946 die Prozession wieder auf und hat sich seit dieser Zeit zu einem festen Termin in Neudenau entwickelt, wobei sie sich zahlreicher Reiter, anderer Mitwirkender sowie Gästen aus Nah und Fern erfreut.

 

Die St. Gangolfskapelle ist geöffnet vom St. Gangolfsritt (dieses Jahr am 12. Mai 2019) bis einschließlich September 

 

 

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- Das  "J o s e f i n e - W e i h r a u c h - H e i m a t m u s e u m   N e u d e n a u "  

  ist - wie an allen Sonntagen von April bis September - auch am Tag des

  Gangolfsfests von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet.

 

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