Der Gangolfsritt wurde erstmals im Jahre 1497 als Pferdewallfahrt zur heutigen St. Gangolfskapelle erwähnt.

 

Über viele Jahrhunderte wurde der Brauch der Prozession gepflegt, bis Anfang des 19. Jahrhunderts im liberalen Baden alle Prozessionen außerhalb der Orte verboten wurden.

 

1923 durch Pfarrer Richard Aichele zu neuem Leben erweckt, mussten die Prozessionen während des 3. Reiches wieder unterbrochen werden.

 

Nach dem Krieg lebte ab 1946 die Prozession wieder auf und hat sich seit dieser Zeit zu einem festen Termin in Neudenau entwickelt, wobei sie sich zahlreicher Reiter, anderer Mitwirkender sowie Gästen aus Nah und Fern erfreut.

 

Der St. Gangolfsritt am 14. Mai 2017

 

   Bis zum Vormittag gegen 8 Uhr hatte es so ausgesehen, als würde St. Petrus, wie schon öfter geschehen, dem Fest wieder einmal einen Strich durch die Rechnung machen. Der Himmel war grau überzogen und leichter Regen ließ so manchen auch frösteln. Viele der auswärtigen Reiter verzichteten auf den Ritt oder die Anfahrt mit dem Pferdetransporter nach Neudenau. So waren mit 88 Pferden nur etwa die Hälfte der Anzahl vergangener Jahre gekommen.

 

  Doch als sich die Mutigen eingefunden hatten und zur Prozession aufstellten, klarte es auf, und bald begleitete herrlicher Sonnenschein die Prozession zur Wallfahrtskapelle.

Es erfolgte zunächst die Weihe des St. Gangolfwassers durch Abt Johannes Eckert (Kloster Andechs) mit anschließender Pferdesegnung und dem Hochamt. In Konzelebration mit Pater Bernard und assistiert von Diakon Helmut Dietrich, feierte die Gemeinde der vielen Gläubigen den religiösen Höhepunkt des Festtages. In seiner Predigt sprach Abt Johannes in klaren, ein-gängigen Worten die Probleme der Welt und der Menschen an, ohne jedoch den Bezug zu Gott in den Hintergrund zu stellen.

Musikalisch begleitet wurde die Feierlichkeit vom Kirchchor und dem Musikverein Neudenau.

 

  Am Nachmittag erfreute der Musikverein die Festgäste, und am Abend zog die schon seit vielen Jahren abgehaltene Lichterprozession mit brennenden Kerzen von der St. Gangolfska-pelle in die mittlerweile nur noch sporadisch erleuchtete Stadt.